Richtig Bloggen – Basics der Fotografie

7. Februar 2015

Durch Zusammenarbeit mehrerer Blogger wurde die Blogparade „Richtig bloggen” ins Leben gerufen – auch ich bin ein Teil davon und erkläre euch mit einfachen Beispielen die Basics der Fotografie :)

Gestern konntet ihr bei Chamy lesen, wie man einen Newsletter für den Blog erstellt. Und am Montag dem 02.02. erklärte Sabrina das Wichtigste zu Kameras und Objektiven, passend zu meinem heutigen Thema :)

Aber nun zu meinem Beitrag – die Basics der Fotografie. Den meisten Bloggern geht es am Anfang ähnlich, wir fotografieren meistens im Automatikmodus und haben keine Ahnung von manueller Fotografie. Was ist die Blende? Was hat es mit der Verschlusszeit auf sich? Und was zur Hölle soll ISO bedeuten?

Übrigens: Viele der Einstellungen gibt es auch bei den Einstellungen der Smartphone Kameras :)

Manche wagen es auch mit der Zeit auf manuell umzustellen, doch auch dann werden die Bilder nicht perfekt, wenn man sich nicht ein wenig auskennt. In diesem Post möchte ich euch die Basics vermitteln, damit ihr am Ende des Beitrages wisst, was wofür steht, und was man mit welcher Einstellung bewirken kann. Bei Fragen könnt ihr natürlich einfach nachfragen – ich hatte das Thema in meinem vergangenen Semester an der Uni, und erkläre es vielleicht zu detailliert und unübersichtlich. Wie gesagt – einfach nachfragen :)

Der Weißabgleich

Am Anfang hatte ich oft das Problem, dass meine Bilder viel zu blau- oder gelbstichig wurden, meist eher ersteres. Irgendwann habe ich dann auch mal gegoogelt, und bin natürlich auf den Weißabgleich gestoßen. Dennoch konnte ich mir nichts darunter vorstellen und ließ das Thema dann doch einfach sein. Dank der Uni habe ich das Prinzip nun verstanden :)

Um die Farben des Motivs farbgetreu abbilden zu können, benötigt man einen Weißabgleich. Dieser sensibilisiert die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichtes und verhindert so einen Blau- oder Gelbstich.

Den Weißabgleich kann man auf verschiedenen Arten vornehmen, die ihr im Standardbildschirm auswählen könnt. Zum einen gibt es die „automatic white balance“, kurz AWB, welche diesen automatisch berechnet und meistens ein gutes Ergebnis liefert, dies ist die einfachste Variante und ist bei Automatik voreingestellt, liefert aber nicht immer optimale Ergebnisse.

Als nächstes gibt es verschiedene Voreinstellungen die man je nach den aktuellen Tageszeiten und Lichtbegebenheiten auswählen kann. Man kann z.B. zwischen bewölkt, Tageslicht, Kunstlicht etc. wählen. Bei einigen Kameras kann man eine Zahl namens Kelvin selbst einstellen, dies wäre aber für den Anfang zu kompliziert.

Zu guter Letzt gibt es noch den manuellen Weißabgleich den ich grundsätzlich anwende. Hierbei fotografiert man möglichst bildfüllend eine weiße Fläche, z.B. ein Blatt Papier, und stellt diese als Referenz ein. Am besten haltet ihr das Blatt etwas schräg zur Lichtquelle hin, damit sie quasi auf die Linse gespiegelt wird. Die Referenz ist der Wert, von dem die Kamera dann ausgeht, das Bild könnt ihr dann im Menü unter (meistens) Custom WB auswählen.

weißabgleichZu gelbstichig // optimal // zu blaustichig

Man sollte jedoch nicht immer stur den perfekten Weißabgleich erzeugen. Viel wichtiger ist es, auch auf die Lichtstimmung zu achten. Bei einem Sonnenauf- oder untergang ist es z.B. sinnvoll, einen leichten Gelbstich zu bewahren, zudem kann man so, zusammen mit der Belichtung die Bilder wirken lassen, als wären sie zu einer völlig anderen Tageszeit oder einer anderen Umgebung aufgenommen worden.

Die Blende

Die Blende gehört zu den drei Faktoren der Belichtung. Sie besteht aus mehreren verstellbaren Lamellen, welche zu einer runden Öffnung werden, durch die schließlich das Licht durch das Objektiv auf die Linse fällt. Je nach Größe dieser Öffnung trifft wenig oder mehr Licht darauf und das Bild wird heller oder dunkler.

Das heißt, je kleiner die Zahl der Blende ist (z.B. f2,8), desto mehr Licht fällt auf die Linse des Objektivs und das Bild wird insgesamt heller. Je größer die Zahl also, z.B. f11), desto dunkler wird das Licht. Je nach Objektiv kann sich die Blende unterschiedlich weit öffnen, die Zahl könnt ihr ebenfalls auf dem Standardbildschirm einstellen.

Wenn ich meine Produkte für den Blog fotografiere, stelle ich die Blendenzahl immer so klein wie möglich ein, damit die Öffnung so groß wie möglich ist und das Bild hell wird. Die Blende ist noch für etwas anderes gut, dazu komme ich aber später :)

blendenreihe

Bild via

Der ISO-Wert

Der zweite Faktor bei der Belichtung ist die ISO-Empfindlichkeit. Diese sagt aus, wie empfindlich der Film der Kamera ist und ist ausschlaggebend für die Qualität des Fotos. Ein Film der höher empfindlich ist, also eine höhere ISO-Zahl hat, hat größere und somit weniger Kristalle als einer der wenig empfindlich ist und dessen ISO-Zahl kleiner ist. Je mehr Kristalle enthalten sind, also je kleiner der Wert, desto mehr Details, Schärfe und Auflösung können dargestellt werden.

Je höher der ISO-Wert, desto wahrscheinlicher ist also die Gefahr eines Rauschens. Das bedeutet, dass schwarze Teile im Bild ungewollt grau erscheinen, also innerhalb von schwarzen Flächen plötzlich graue Flächen oder Punkte auftreten. Den Wert könnt ihr auf dem Standardbildschirm oder nach Drücken des ISO-Buttons einstellen.

Aber: je höher der ISO-Wert, desto heller werden auch die Fotos, weil mehr Licht gespeichert wird. Es ist also immer eine Frage der Abwägung, ob man die ISO erhöht um mehr Licht einzufangen wenn die Blende schon ganz offen ist, oder ob man z.B. ein Stativ nimmt, um die Verschlusszeit verlängern zu können und Rauschen zu vermeiden, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Der gängige ISO-Wert für Fotos liegt zwischen 400 und 800. Bei allem darüber ist die Empfindlichkeit und somit die Wahrscheinlichkeit eines Rauschens sehr hoch. Ein niedriger ISO-Wert bedeutet weniger Rauschen, aber das Bild wird dunkler, da weniger Licht abgebildet wird. Somit muss man also Blende und Zeit anpassen – das Dreieck der Belichtung.

isowert2

Ggfs. darauf klicken um das Rauschen rechts zu sehen :)

Die Verschlusszeit

Die Verschlusszeit ist der dritte und letzte Faktor der Belichtung. Sie  beschreibt den Zeitraum, während dem der Verschluss der Kamera geöffnet ist und Licht auf die Linse bzw. den Sensor strahlt. Hiermit lässt sich die Helligkeit des Motivs steuern, aber auch die Darstellung der Bewegung. Je schneller der Verschluss schließt, desto schneller wird auch das Bild aufgenommen, das Bild dunkler und die Bewegung eingefroren. Möchte man also z.B. einen Läufer fotografieren, muss die Verschlusszeit dementsprechend kurz sein, da sonst die Bewegung unscharf wird.

Zudem kann man mit Hilfe der Verschlusszeit auch bei wenig Licht und ohne Blitz Motive sichtbar machen oder Effekte erzielen. Denn bei längerer Verschlusszeit fällt mehr Licht auf den Sensor und das Motiv wird heller. Die Zeit verstellt ihr mit Drehen des Rädchens beim Auslöseknopf oder im Standardbildschirm.

Mit Hilfe des ISO-Wertes kann man zwar Licht bei dunkler Umgebung aufnehmen bzw. die Bilder heller werden lassen, man muss aber gegebenenfalls mit Rauschen rechnen. Somit ist es also ratsam, ein Stativ zu verwenden und mit der Verschlusszeit aber niedrigerer ISO zu arbeiten. Ein Stativ deswegen, weil man ab einem bestimmten Wert die Kamera während der Aufnahme nicht mehr komplett still halten kann und das Motiv verwackelt wird.

verschlussbeispielVerschlusszeit 1/2000 // Verschlusszeit 1/20

Der Fokus

Zum Fotografieren mit Automatik gehört in den meisten Fällen auch der automatische Fokus. Auch wenn ich ihn ebenfalls lange Zeit verwendet habe, finde ich ihn mittlerweile nur noch störend. So oft ging es mir so, dass ich etwas im Hintergrund abfotografieren wollte, der Autofokus aber jedes Mal das Objekt im Vordergrund anvisierte, z.B. einen Busch vor einem Gebäude.

Die Lösung für dieses Problem stellt der manuelle Fokus dar, diesen könnt ihr bei einer Spiegelreflexkamera am Objektiv selbst per Schalter einstellen. Anschließend dreht ihr den vorderen, schmalen Ring am Objektiv so hin und her, bis das Objekt eurer Begierde scharf gestellt ist.

Der manuelle Fokus ist am Anfang jedoch sehr schwierig. Mir ging es lange Zeit so, dass ich am Laptop bei Ansicht der größeren Bilder feststellen musste, dass die Bilder doch nicht ganz so scharf sind. Es erfordert einiges an Übung, bis das klappt, aber es lohnt sich!fokus2

Die Schärfentiefe

Vielleicht kennt ihr diese tollen Bilder, bei denen das Objekt im Vordergrund scharf und der Hintergrund richtig schön unscharf ist. Dies lässt sich auf zwei Wegen umsetzen, zum einen mit bestimmten Objektiven, zum anderen mit der Schärfentiefe.

Schärfentiefe? Die genau zu definieren wäre an dieser Stelle zu kompliziert, aber das Prinzip ist dafür umso einfacher :)

Je nach Einstellung der Blendenöffnung lässt sich besagte Schärfentiefe variieren, also welche Bereiche des Bildes scharf gestellt sind, vom Vordergrund bis hin zum gesamten Bereich. Bei einer großen Blendenöffnung, also einer kleinen Blendenzahl, ist nur der vordere fokussierte Bereich scharf gestellt. Je weiter sich die Blende schließt, desto größer wird auch der gesamte scharfe Bereich des Bildes, bis hin zu völliger schärfe, also einer großen Schärfentiefe.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass mit jeder Blendenstufe das Bild um einen Lichtpunkt dunkler wird, was man mit ISO und Verschlusszeit ausgleichen muss bzw. sollte. Was Lichtpunkte sind und wie man sie ausgleicht, erkläre ich euch im nächsten und letzten Abschnitt :)schärfentiefe

Lichtpunkte

Stellt man ein Rauschen im Bild fest, sollte man den ISO-Wert verringern, möchte man mehr Bereiche im Bild scharf stellen, muss die Blende verkleinert werden (also eine kleinere Blendenzahl einstellen). Dies führt jedoch beides dazu, dass das Bild dunkler wird. Das kann man ausgleichen, indem man einen anderen Faktor der Belichtung verstellt und den Lichtpunkt wieder herauf setzt.

Zuerst einmal die „normalen“ Schritte der Lichtpunkte/-stufen:

  • Lichtpunkte bzw. -stufen der Blenden (Blendenzahlen):
    1 – 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22
  • Lichtpunkte bzw. -stufen des ISO-Wertes:
    100 – 200 – 400 – 800 – 1600 – 3200 – 6400
  • Lichtpunkte bzw. stufen der Verschlusszeit:
    2s – 1s – 1/2s – 1/4s – 1/8s – 1/15s – 1/30s – 1/60s – 1/125s – 1/250s – 1/500s – 1/1000s – 1/2000s

Wenn ihr also z.B. eine Blende von 4 und eine ISO von 200 habt, aber aus welchen Gründen auch immer nun eine Blende von 8 nutzen wollt, ist eure Lichtstufe um 2 verringert, das Bild wird dunkler. Dies könnt ihr ausgleichen, indem ihr z.B. den ISO Wert um 2 Stufen anpasst, also von 200 auf 800, das Bild ist dann genau so hell wie vorher.

Am Beispiel der Schärfentiefe könnt ihr das ganz gut sehen, die Blendenzahl wurde immer größer, also die Öffnung kleiner und das Bild eigentlich dunkler. Dadurch, dass ich aber jedes Mal den ISO-Wert angepasst habe, sind die Lichtverhältnisse immer gleich geblieben.

Anstatt den ISO-Wert anzupassen kann natürlich auch die Verschlusszeit geändert werden. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn man sonst Rauschen riskieren würde.

Natürlich kann man es auch anders herum machen – wenn man den ISO Wert verringert muss man die Blende vergrößern (also die Zahl verkleinern), damit das Bild genau so hell wird wie vorher. Denkt immer daran, wenn ihr mit einem Wert das Bild verdunkelt könnt ihr es mit einem anderen Wert wieder aufhellen und umgekehrt. Das ganze klingt etwas kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach ^^

 

Ich hoffe die Erklärungen waren für euch verständlich und haben euch weitergeholfen. Wie gesagt, wenn ihr Fragen habt, könnt ihr sie natürlich in den Kommentaren stellen oder mir einfach eine eMail schicken :)

Wenn ihr noch etwas anderes erklärt haben möchtet, könnt ihr ebenfalls einfach Bescheid geben, dann versuche ich dazu einen extra Post zu schreiben ;)

Ansonsten kann ich euch nur eines raten: üben üben üben!!!

Liebe Grüße,
signatur

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9 Kommentare

Die Kochpsychiater 7. Februar 2015 um 12:16 Uhr
Sehr gut erklärt! Mir schwirrt zwar jetzt der Kopf, aber ich denke, ich weiß jetzt wo meine „Baustelle“ auf mich wartet ;-) Danke dir! Lieben Gruß Die Kochpsychiaterin
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SiistMone 7. Februar 2015 um 15:05 Uhr
Vielen Dank für diesen Artikel. Den würde ich mir am liebsten ausdrucken :) Die Ideen der einzelnen Sachen kannte ich schon, aber bei dem Verstehen und Verinnerlichen hat es gehagert… Danke für deine Erklärungen…
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Alexander Behrens 7. Februar 2015 um 18:52 Uhr
Moin, das hört sich im ersten Moment nach viel Theorie an. Aber umso häufiger man Bilder macht, umso eher wächst das Verständnis für diese Theorie. Grüsse Alex
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Klaus-Peter 7. Februar 2015 um 19:05 Uhr
Das ist viel „Stoff“ auf einmal – bleibt zu hoffen, dass es hilft, zumal die Digitalkameras die manuelle Blendeneinstellung oft gar nicht mehr kennen. Dass Blende 2,8 größer als Blende 22 ist – zunächst mal verwirrend. Mit der Erklärng, dass eigentlich eine Blende, die kein Licht schluckt, den Wert „1“ hätte, und im Verhältnis dazu ein Objektiv nur die Hälfte des Lichts passieren lässt, also 1:2, wird es vielleicht besser. Blende „2,8“ ist also genau genommen Blende „1 zu 2,8“, also der Quotient. Insofern wär‘ es gar nicht schlecht, noch mal eine Analogkamera auszupacken und dazu ältere Fotobücher zu lesen – das gibt es ja alles für einen Apfel und ein Ei.
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Michael F. 8. Februar 2015 um 10:16 Uhr
Hallo Carry, danke für den wirklich tollen Post. Jetzt „borge“ ich mir mal die Kamera meines Stiefsohns (Der schläft eh noch ;)) und dann wir probiert… :) Insgesamt echt tolle Blogparade schön das ihr sowas aufgzogen habt! Liebe Grüße, Michael F.
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todografica 8. Februar 2015 um 11:05 Uhr
Hallo liebe Carry, toller Artikel und vielen Dank, dass du die Quelle von der Blendengrafik angegeben hast – freut mich total! Viele Grüße Mia von todografica
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Sabrina 9. Februar 2015 um 19:51 Uhr
Cooler Beitrag – gut geschrieben, der hilft bestimmt so einigen :-)
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Projekt Schminkumstellung 16. Februar 2015 um 18:09 Uhr
Super Beitrag (: …du hast die einzelnen Faktoren wirklich gut erklärt. Ich kannte die Begriffe schon, aber so richtig ist bei mir nie ihre Funktion hängen geblieben x) …mit deinem Artikel werde ich mich jetzt noch mal an meine Kamera setzen und alles ausprobieren (: …Liebe Grüße.
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Caro 23. März 2019 um 01:55 Uhr
Sehr informativer Beitrag! Vielen Dank fürs teilen!
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